Gespräch im Sozialministerium (28.10.20)

Liebe Mitglieder,

sowie Interessenten der Vereinigung der Kitaleitungen in Schleswig-Holstein,

wir bedanken uns ganz herzlich für den offenen und konstruktiven Austausch bei der Zoom-Konferenz am 29.10.20 und den positiven Zuspruch.

Wie angekündigt hier nun eine kurze inhaltliche Zusammenfassung des Gespräches im Sozialministerium bei Frau Laux und Herrn Wilke am 28.10.20. Dieses Gespräch hatte zwei Schwerpunkte: die aktuelle Corona-Lage sowie die KiTa-Reform.

Aktuelle Corona-Lage

Anmerkung unserseits: KiTa´s arbeiten weiter unter Pandemiebedingungen, die Herausforderungen sind nach wie vor groß und wir versuchen alles, damit im Falle eines Infektionsgeschehens nur einzelne Gruppen geschlossen werden müssen. Wir trennen Gruppen, Personal und Räumlichkeiten so gut es geht und passen Konzepte an. Es mangelt vielerorts daher jedoch an Verständnis, dass Eltern durch ihr eigenes Verhalten z.B. in der Freizeit oder Urlaubsgestaltung diese Maßnahmen konterkarieren. Es wird der Wunsch nach einer klaren Ansage an die Eltern durch die Politik deutlich.

  • Das Sozialministerium nimmt diesen Wunsch auf, bittet aber auch darum, dass wir Gespräche vor Ort führen und die Elternvertretung mit ins Boot holen.
  • Vom Sozialministerium gibt es wie, auch schon in der Vergangenheit „nur“ Empfehlungen, gegenüber dem örtlichen Träger dem Jungendamt
  • Aufgrund des aktuellen Infektionsgeschehens findet derzeit ein Intensiver Austausch mit dem Landesjugendamt bzgl. den offenen Konzepten statt. Hier wird mit unterschiedlichen Blickwinkeln durchaus auch emotional diskutiert, wie man dem Gesundheitsschutz und der Nachverfolgbarkeit von Infektionsketten, bei einem möglichen Coronafall in der KiTa, noch gerecht werden kann

Anmerkung unserseits: Bitte unbedingt die Kitaleitungen von KiTas mit offenen Konzepten in mögliche Entscheidungen für klare Richtlinien einbeziehen.

Diese Anregung wurde zustimmend aufgenommen.

  • Ob und welche erweiterten Schutzmaßnahmen es insgesamt für alle KiTa´s geben wird, steht noch nicht fest. Eine erneute Kohortenbildung nach dem Stufenplan aus dem Frühjahr ist derzeit aber nicht geplant.

KiTa-Reform

  • Die Sorgen und Unsicherheiten in den KiTa´s können durchaus nachvollzogen werden. Es sei die größte Reform die es je im Bereich der KiTa´s gegeben habe. Das neue KiTa-Gesetz bildet einen Rahmen. Vor Ort muss geschaut werden, wie sich die gesetzlichen Vorgaben in der Praxis realisieren lassen und ob ggf. in der Evaluationsphase nachgesteuert werden muss. Das Gesetz soll nicht als starrer Rahmen, der es uns nicht mehr erlaubt selbst zu denken und Entscheidungen zu treffen, verstanden werden z.B. bei der Pausenregelung oder Randzeitenbesetzung.

Anmerkung unserseits: Die Kitaleitungen und Träger wünschen sich noch weitere Informationsveranstaltungen, um das Gesetz umfassend zu verstehen und Sicherheiten zu gewinnen.

  • Das neue KiTa-Gesetz ist als Fördergesetz zu verstehen und soll die Standards und Qualität in den KiTa´s stärken und nicht schwächen, dies wird auf allen Ebenen vom Sozialministerium immer wieder betont. Jetzt schon höher Standards sollen erhalten bleiben.
  • Die Verantwortung der Finanzierung liegt bewusst auf kommunaler und nicht auf Landesebene. Es werden hohe Landesfördermittel fließen, deren Verwendungszweck nicht zweckgebunden ist, sondern eine flexible und passgenaue Entscheidung vor Ort ermöglichen soll. Viele Kommunen hätten aktuell die Summe der Fördergelder noch nicht ausgerechnet und verfallen deshalb in Sorge.

Anmerkung unsererseits: Dies stellt KiTa´s und ihre Träger vor eine große Herausforderung in den Vertrags- und Haushaltsverhandlungen mit den Kommunen vor Ort, die teilweise versuchen nicht mehr als den Mindesstandard zu finanzieren. KiTa`s kommen in Erklärungsnot und müssen ihre höheren Standards rechtfertigen und verteidigen.

Die Antwort dazu war, dass die kommunalen Politiker sich ggf. für Einschnitte bei der Qualität vor den Eltern rechtfertigen müssten.

  • Die Art und Weise der Dokumentation vom Fachkraft-Kindschlüssel soll vor Ort vom örtlichen Träger festgelegt werden, ein landesweit einheitliches Tool wird es wohl nicht geben. Das Sozialminsiterium geht davon aus, dass die Erfassung für einen ganzen Tag und nicht im stunden-, halbstunden oder gar minutiös erfolgen wird. Dies wäre praxisfern.
  • Sollte der Personalschlüssel die Einhaltung der 85% nicht ermöglichen besteht weiterhin die Möglichkeit eine Ausnahmegenehmigung durch den örtlichen Träger vor Ort zu erwirken. Hier ist unbedingt das Gespräch zu suchen. Solange sich die KiTa´s im Rahmen des SGB 8, also dem Standard der Heimaussicht von 1,5 Fachkräfte pro Gruppe bewegen, wird es bis Ende 2024 nicht zu finanziellen Einbußen führen.
  • Die Einhaltung der Qualitätstandards wird vor Ort durch die Aussicht für Qualität in den Kreisen stichprobenartig geprüft werden.
  • Die Schließzeiten, insbesondere Heiligabend und Sylvester werden in der Evaluationsphase in den Blick genommen werden.
  • Es wird eine separate Einladung zu einem Austausch bezgl. der alltagsintegrierten Sprachbildung.
  • Die Werbeoffensive für die KiTa-Datenbank läuft und das Sozialministerium ist hier laut eigener Aussage deutlich weiter als noch bei unserem Gespräch im August. Der Flyer ist quasi fertig und wurde von der Pressestelle und nicht von Dataport entwickelt. Er soll einfach und verständlich in der Sprach sein und in verschiedenen Sprach erscheinen. Ausliegen soll er dann z.B. bei Ämtern, Kinderärzten, Krankenhäusern etc. Insgesamt hat das Sozialministerium in den letzten Wochen positive Rückmeldungen zum Arbeiten mit der Datenbank aus der Praxis erhalten.

Mit herzlichen Grüßen und bleibt / bleiben Sie gesund!

Kirstin Bieker (2. Vorsitzende)

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